Reise blog von Travellerspoint

Die Gnu Wanderung

Oder wie man in 24 Stunden 500 km schafft, zum Terminal 2

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View Alina Frank 2017 auf Alina-Frank's Reise-Karte.

Meine Mutter (Alina) hat uns mit den Worten verabschiedet, sie hofft das wir das finden wonach wir suchen und gesund nach Hause kommen.
Eine Langzeitreise ist für daheimgebliebene Eltern nicht schön, egal wie man es dreht.

Ich mache jetzt meine dritte Langzeitreise, bin leider nicht mehr so entspannt wie davor.
Bedenken, Zukunftsängste, was kommt wohl nach der Reise?
Diese Fragen belasten mehr als vorher, oder ich stelle sie mir sogar zum ersten Mal, die Gedanken kreisen.
Sind wir auf der Suche, wollen wir was finden? Wir würden sagen nein, aber wir werden bestimmt was finden. Es gibt Reiseziele die wir immer mal sehen wollten, was uns vorschwebt ist die Gnu Wanderung in der Serengeti, Botswana, Namibia, der Victoriasee, die Victoriafälle, unsere Freunde in Südafrika wieder sehen und mal aus unseren Trott rauszukommen.

Tapfer und etwas traurig standen Franks Eltern am Bahnhof bei der Verabschiedung.
Ruft an wenn ihr angekommen seid! Machen wir, morgen früh melden wir uns aus Südafrika.
Pah! Von wegen morgen früh!

Eine Vorgeschichte dazu, wir haben unseren Hinflug wegen einiger Angelegenheiten verschoben, u.a. wartet Alina noch auf ein Firmenlaptop, das wird in UK gefertigt. Flugumbuchen hört sich einfach an, das war es nicht. Es wurden mind. 7 Telefonate geführt, die Fluggesellschaft hatte uns 3 Termine reserviert und den Neupreis für Umbuchung berechnet. Jede Berechnung dauert 24 Stunden (Rechenschieber?) und immer wurde ein Preis vergessen (Der Preis beinhaltet einige andere Preise, Gebühren etc..

Mit 8 Gepäckstücken (ja richtig gelesen) standen wir vor der ersten Herausforderung. Wie bringen wir diese zum Bahnhof?
Das klappte doch erstaunlich gut, ab geht’s in den Zug Richtung Frankfurt Flughafen. Umsteigen auch kein Problem, alles läuft wie am Schnürchen.
In Frankfurt kommen wir sogar 4 Stunden vor Abflug an. So früh war ich noch nie am Flughafen.

Die Vorstellung: wir holen uns ein Rollwagen, checken ein, wir werden die 4 großen Koffer los. Ich hole die bestellte Währung Südafrikanische Rand am Schalter ab. Gemütlich etwas essen, im Duty Free einkaufen, usw.

Was wirklich geschah:
Da Alina Frankfurt Flughafen wie ihre Westentasche kennt, drehen wir paar extra Runden bis wir am Terminal 2 endlich ankommen. Im Terminalzug (ein Zug verbindet Terminal 1 mit 2) sind die praktischen Rollwagen verboten, also wieder die 8 Gepäckstücke selbst tragen. Angekommen am Check-in stellen wir fest, dass unser Flug nicht gebucht ist, obwohl die Bestätigung der Umbuchung und das Ticket per E-Mail kamen. Ach wird schon, wir haben doch 3,5 Stunden Zeit.
Die Mitarbeiterin telefoniert mit der Zentrale nach England und Barcelona, obwohl wir mit KLM und Air France fliegen, verstehen tun wir das nicht.
Sie versucht dies und das, es klappt einfach nicht. Langsam denke ich, vielleicht hätte ich mir die Währung schon vorher besorgen müssen, denn ich muss wieder zu Terminal 1 zurück. Die Air France Tante hat bestimmt gleich das Ticket für uns.
Nach über 2 (!) Stunden bekommen wir unsere Bordkarten. Wir standen die ganze Zeit am Schalter, die Füße tun mächtig weh, aber das Gepäck ist zumindest eingecheckt. Jetzt wird es knapp, zurück zu Terminal 1, Währung holen mit 4 Handgepäckstücke, die immer schwerer werden.

Jetzt schnell zurück zu Terminal 2. Wieder mit den Terminalzug (heute schon 3 mal die Strecke gefahren) und schnell zum Gate. Es bleiben uns 10 Minuten. Da hatten wir die Rechnung ohne das Gatepersonal gemacht, wir müssen noch was nachzahlen, echt jetzt?!
Wir sind seit 13:30 Uhr unterwegs, sind 4 Stunden vor Abflug am Flughafen angekommen und die letzten die um 20:30 einsteigen.
Wir landen um 21:15 Uhr in Paris. Mit dem Auto wären wir längst da (heul).

Im Flieger endlich was zu essen, leider nur ein kleines Sandwich. Egal, wir haben 2 Stunden Aufenthalt in Paris, da findet sich was zu essen. Wir stellen uns vor, in Paris am Flughafen zu essen.

Was wirklich geschah Teil 2:
In Paris angekommen werden wir nach einen langen Weg zum Gate angehalten. Irgendwas stimmt nicht, ich denk es ist wieder die Buchung die nicht richtig durch war.
Nein das Problem liegt woanders, nachdem wir wieder ewig rumstehen teilt man uns mit, der Weiterflug ist Flug gecancelt, wir müssen ins Hotel, wir fliegen morgen weiter. Hä?
Wir bekommen, ein Gutschein um was zu essen, (Ieiii) . Wenige Minute später teilt man uns mit, das alle Restaurants geschlossen sind (Grmpf!) Also gibt’s nur noch den Marcs & Spencer Shop. Der ist natürlich am anderen Ende von Terminal 2 in Paris und wir müssen mit unseren 4 Handgepäckstücken (die je um die 6-8 Kg wiegen sich aber nach dem Marsch wie 20 kg anfühlen) bis dahin wandern.
Wir kaufen was zu essen und trinken ein, 2 Flaschen Hefesaft für Frank und eine große Flasche Wasser. Das Shuttle zum Hotel ist ja um die Ecke. Leider scheinen Franzosen mit: "um-die-Ecke-gleich-links" zu meinen :"Geh den sehr langen Gang bis zum Ende des Terminals und dann links".
In der Mitte drehen wir um (oh ja!) bis die Frau am Info sagt, wir sind nur die Hälfte gegangen, also nochmal den ganzen Weg runter.

Auf den Weg finden wir ein Kofferwagen (ieiii) den wir aber weder mit Rolltreppe noch mit Aufzug nutzen können da dieser defekt ist. Also alles wieder schleppen. Die 4 Handgepäckstücke + die Marcs & Spencer vollgepackten Tüte, werden immer schwerer. Wir müssen nochmal Flughafenzug fahren und auch Bus, seltsamerweise kommen wir immer von Terminal 2 und müssen zum Terminal 2 aber woanders.
Am Busterminal angekommen, scheinen wir nicht die einzigen Verirrten zu sein, denn der Shuttlebus zu unseren Hotel ist so voll, dass wir stehend nicht umfallen können. Endlich angekommen (nach Mitternacht) erweist sich das Hotel als das Beste bisher, richtig schön.
Auf die Gratisnacht in Paris hätten wir trotzdem gerne verzichtet, uns tut alles weh.
Bilder unserer jämmerlichen erschöpften Gesichter ersparen wir euch an dieser Stelle (zu grausam).

Auf die Gnuwanderung haben wir kein Bock mehr. Ich glaube die Gnus werden in Zukunft hierherfliegen um uns bei der Flughafenwanderung zuzusehen. Ich hoffe aber sie fliegen nicht über Paris und nehmen weniger Handgepäck mit.

Am nächsten Tag müssen wir erneut zum Terminal 2 (wohin auch sonst). Wir fahren Bus. Angekommen, erfahren wir es ist die falsche Seite (war ja klar). Nach dem Check-in fahren wieder Zug, wir fragen uns langsam, ob die Air France sich bewusst ist dass wir nach Südafrika fliegen wollen.
Wir sind seit über 24 Stunden unterwegs mit Auto, Zug und Bus und grad mal in Paris am Terminal 2 angekommen.
Frank äußert erste Bedenken ob die 6 Monate ausreichen um nach Südafrika zu kommen, (zurecht) .

Ich erfahre gerade mein Firmenlaptop ist fertig, ob ich schon in Südafrika sei. Nee, aber immerhin in Paris am Terminal 2 und am richtigen Gate, sage ich leicht stolz. Und das war alles andere als einfach! ;-)

Eingestellt von Alina-Frank 12:27 Archiviert in Frankreich

Inhalt

Kommentare

Ohhhh jetzt bin ich schon traurig, dass wir und nicht mehr gehört haben;(....ich wünsche euch eine schöne Zeit...freue mich auf eure Berichte!!! Fühlt euch gedrückt ?LG Silke...natürlich auch von Tom!!!

von Silke Pfeifffer

Oh was freu ich mich auf tolle Bilder und Eindrücken und lustigen Geschichten. Tolle Reise wünsche ich Euch.

von Scholdi

Ohje das war schon Stress pur hoffe sonst hat alles geklappt grüße von uns Manuela und Dirk lass euch drücken

von Manuela Hessler

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