Reise blog von Travellerspoint

Landrover zu verkaufen

jetzt wirds seltsam

Wir sind wieder im Lande aber der Blog hängt nach, unsere Erlebnisse von Mitte März bis Abfahrt.

Was uns die letzten Tage zu schaffen gemacht hat, ist der Verkauf unseres Land Rovers. Eigentlich haben wir seit 2 Monaten einen Käufer, der liebe Rainer. Die letzten Tage haben uns viele Leute auf unser Auto angesprochen . Das hätten wir nie gedacht, dass man mit eine Land Rover so viele Leute kennengelernt. Die letzten 2 -3 Wochen meldet sich Rainer nicht mehr. So viele haben gefragt was wir nach der Reise mit dem Auto machen, haben nach dem Preis gefragt, und gesagt ach schade wir wären auch interessiert. Wir haben nur geantwortet, der ist schon verkauft. Und nu? Natürlich haben wir von den Leuten keine Nummer oder sonstiges und wie ernst es der Interessierte meint weiß man auch erst bei den Verhandlungen. Rainer meldet sich plötzlich und erklärt uns dass das Netz so schlecht war und er einfach kein Zugang seinen E-Mails etc. hatte. Wir kaufen den Kondenser sind aber verunsichert. Wir rechnen uns aus, was passiert, sollte er das Auto nicht kaufen? Jetzt fangen die Verhandlungen an, Rainer hat das Auto gesehen es ist aber bereits 2 Monate her. Er hängt in Namibia fest, muss bald heim nach Deutschland und kann erst Ende Mai sich das Auto ansehen. Die Abwicklung des Verkaufs klingt komplizierter als zuerst vermutet. Wir versetzen uns in Rainers Situation und merken, für ihn ist es auch alles andere als einfach. Die Verhandlungsgespräche fangen an. Zum Glück haben wir gemeinsame Bekannte und tüfteln ein Plan aus. Rainer ist jetzt unterwegs und kann erst in ca 2 Wochen eine Anzahlung machen. Bis dahin heißt es für uns abwarten.

Als wir Kapstadt verlassen haben wir noch knapp 5 Wochen Südafrika vor uns. Wir freuen uns auf Sue und Colin, aber nicht auf die Heimreise. Der Wetterbericht den wir regelmäßig per Whatsapp von Freunden bekommen, macht es nicht grad besser. Der Reise-ist-bald-zu-ende Blues fängt an. In Bettys Bay angekommen, der zweite Platz mit Pinguine, es stürmt und regnet was das Zeug hält. Mir ist klar, ich will jetzt nicht raus zu den Pinguinen, die haben sich wahrscheinlich auch alle verkrochen. Dann gibt es für mich im gleichen Moment noch eine blöde Nachricht aus beruflicher Sicht. Wir finden ein Campingplatz aber Zelt aufbauen ist nicht, es regnet in Strömen und es ist kalt. Wir sind total down. Wir verbringen den Abend in einer Pizzeria und trinken Wein.

Am nächsten Tag ist es zwar etwas besser aber die richtige Stimmung kommt erst wenige Tage später, mit der Sonne. Wir erreichen einen wunderschönen Ort, Aniston und verbringen 2 Tage dort. Da unsere Lieblingskamera geklaut worden ist haben wir leider hiervon keine Bilder.

Am 25.02 erreichen wir den südlichsten Punkt unserer Reise und Afrikas, Cape Alghulas. Hier auch die zweitbesten Bilder für euch.

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Nicht weit entfernt liegt auch ein Wrack, eines von vielen hier rund um das Kap.

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Ein Schiffahrtsmuseum bzw eine Wrackmuseum, sehen wir uns auch an Bilder verschollen.

Mark hat uns eine Route aufgeschrieben mit Highlights und die führt uns an der Route 62 entlang. Im schönen Künstlerörtchen Barrydale, halten wir bei Diesel & Creme. Die alten Tanksäulen versorgen uns zwar nicht mehr mit Diesel aber der Eiscremeshake ist definitiv einer der besten den ich außerhalb von Europa gegessen hab.

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Erst vor 4 Jahren eröffnet, hat sich Diesel & Creme, das Roadhouse mit Minimotel, vom Tipp zum Kult entwickelt. Sonntags ist es ein beliebter Ort für Motorradfahrer und kann sehr voll werden. Die vielen kleinen liebevolle Details und die alten Sachen, die Autoteile die in die Einrichtung fließen, der Kronleuchter, und die netten Besitzer sind schon ein Besuch Wert. Die Küche wird um 17 Uhr leider geschlossen. Wir kommen kurz nach 17 Uhr an, die Angestellten räumen auf. Wir haben Hunger, keine Übernachtung, und nichts eingekauft zum essen da wir eigentlich dort essen wollten. Wir sprechen mit dem Besitzer, der lässt uns in sein Hinterhof (hinter dem Restaurant) kostenlos übernachten.

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Er gibt uns sogar Feuerholz und Tipps wo wir im Ort noch was zum Essen bekommen könnten. Das Essen ist so lala, abends machen wir Lagerfeuer und dann ab ins Bett. Morgens erkunden wir das geöffnete Diesel und Creme und frühstücken dort.

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Der Besitzer fragt was wir mit dem Land Rover machen und als er unsere Geschichte hört, vermittelt er uns einen Bekannten sollte Rainer abspringen. Der Bekannte kommt sofort vorbei. Er sagt uns wir sollen uns nur melden wenn wir das Auto nicht losbekommen. Er wird es uns dann abkaufen aber natürlich um ein anderen Preis. Wir sagen, wir haben es nicht eilig mit dem Verkauf. Sollten alle Stricke reißen mit Rainer, dann kommen wir lieber in 6 Monate wieder und reisen, anstatt das Auto günstig zu verscherbeln. Das gefällt ihm gar nicht, er sagt, er wüsste dass unser Auto bereits schon im Internet steht, ich sag ihm unmöglich. Er schickt mir später Bilder, das ist ein ähnlicher Land Rover aber nicht unsere Barbie. Er ist trotzdem der Meinung es wäre Barbie, seltsamer Typ. Wir hoffen das alles mit Rainer klappen wird, da wir ihm schon alleine aus Sympathiegründen unsere Barbie am liebsten anvertrauen würden.

Wir fahren weiter und hacken noch Ronnies Sexshop ab. Dies ist ein kleines Roadhouse, behangen mit BHs und Slips in allen Größen und Farben. In der Bar findet man beschriftete Wände, von allen Touristen die hier vorbeikommen. Zeit zum Lesen sollte man mitbringen, etwas kühles zu trinken gibt es auch.
Die Beschriftung Sexshop erstand aus einer Laune von betrunkenen Kumpels von Ronnie, der ursprünglich nur ein Shop mit Lebensmittel eröffnete. Er war erst über den Scherz sehr erbost, da er damals kein Geld mehr für ein neuen Anstrich hatte. So blieb der Name. Er staunte dass viele anhielten um den Laden zu fotografieren. Ein Sexshop im Nirgendwo, hat was. Jetzt ist es Kult und die Leute halten noch immer an.
Seltsames Konzept, vielleicht eröffnen wir mal eine Yeti Eis Bar in der Sahara.

Abends kommen wir in Warmwaterberg an. Hier gibt es heiße Quellen.

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Eigentlich wollen wir nur 2 Nächte bleiben und am Ende werden es 5. Abends in den heißen Pool zu hüpfen ist einfach herrlich.

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Wir lernen nette Leute kennen, u.a. ein deutsches Paar aus Hamburg das kürzlich nach Barrydale ausgewandert ist.

In Warmwaterberg haben wir gutes Internet und ich kann wieder arbeiten, es gibt Pfaue, Katzen es ist einfach genial. Das Abendessen ist günstiger als kochen. Frank und ich essen die Lasagne und ein Bouboutie, ein südafrikanisches Gericht, Tipp wieder von Mark.

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Nächster Punkt ist Ilse, Marks Stiefschwester und deren Ehemann Katot in Oudtshoorn. Schon die Fahrt dorthin ist herrlich.

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Wir verbringen auch hier ein paar nette Tage, sie geben uns viele Tipps.
Einen Abend sind wir sogar zum Abendessen eingeladen den anderen Abend kochen wir am Feuer.

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Katot ist ein Land Rover Fan, er besitzt mehrere. Deren Sohn wohnt quasi in Durban in der Nähe von Ken, der uns unsere Barbie verkauft hat. Die Welt ist klein. Leider auch hier keine Bilder von den beiden, sind mit der Kamera verschollen. Das Video von Katots Raketendusche haben wir glücklicherweise mit der anderen Kamera gemacht.

Wir schauen uns noch Calitzdorp an, und trinken in Boplaas den legendären Portwein.

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Die Tropfsteinhöhle in der Nähe gehört auch zum Pflichtprogramm, zum Streichelzoo reicht die Zeit nicht mehr.

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Wir fahren über den Swartbergpass, das ist eine traumhafte Fahrt. Die übriggebliebenen Bilder.

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Katot hat noch ein Riesengrundstück in der Nähe, er hat uns dorthin eingeladen aber ich benötige dringend Internet und wir streichen die Tour dahin. Wir kommen in Wilderness an und finden ein Backpackerplatz mit Campinggelegenheit. Wir stehen auf einem Hügel mit fantastischer Aussicht auf den Ozean. Hier gibt es günstige Pizza und gutes Internet. Der Sonnenuntergang ist der Hammer. Eine Katze schläft auf unserem aufgeklapptem Dachzelt, Frank macht Bilder, alles weg. :-( Der Ort ist einer der schönsten hier in Südafrika und es bleibt mir nur meine Erinnerungen. Hier haben wir ausschließlich mit der gestohlenen Kamera fotografiert.
Ich lerne ein Berufs Kitesurfer Steven Akkersdijk mit seiner Freundin kennen, und sehe mir seine Bilder an. Er fotografiert auch und seine Berichte werden mitsamt Bilder in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht. Natürlich fotografiert die Freundin, wenn er auf den Bildern zu sehen ist. Unsere Bilder sind mit der Zeit auch besser geworden aber mit sowas können wir nicht mithalten. Seine Ausrüstung kostet auch an die 9.000€, meine Kamera kommt grade auf 1000€. Es ist die Schärfe der Bilder, die mich sehr beeindruckt. Er fotografiert drei Strauße in ca. 30 Meter Entfernung. Wenn man das Bild ranzoomt sieht man jedes einzelne Härchen auf den kleinen Kopf des Straußes. Auch haben die beiden ein Talent die Motive gut einzufangen. Wie immer würde ich gerne noch etwas bleiben, wir müssen leider weiter.

Nächster Stopp Knysna, hier lernen wir nette Schweizer kennen, die mit ein Land Rover in ihrer Jugend durch Afrika getingelt sind (vor ca. 25 Jahren). Wir trinken Wein und tauschen Geschichten aus, nettes Pärchen die beiden. Sie sagen das Afrika nicht mehr so ist wie damals. Die Tiere sind eingesperrt in Parks und so sehr an Autos gewöhnt dass sie noch kaum weglaufen. Plötzlich sagt, seine Frau, und warum haben wir die meisten Tieren nur von hinten fotografiert? ;-D Wir haben viel gelacht.

Danach fahren wir nach Port Elisabeth, wir übernachten auf einem Luxuscampingplatz mit Schaukel und Blick aufs Meer. Wir killen den Wein von Boplaas und haben wieder ein Tief. Erneut kommt der "die-Reise-ist-bald-zu-Ende" Blues.

Am nächsten Tag geht es zum berühmten Addo Elephant Park. Ich weiß nicht woran es lag, das Wetter, die unfreundlichen Leute, unsere schlechten Planung, aber der Park wird kein Highlight und wird uns vermutlich nie wieder sehen. Wir bekommen erstens keine Übernachtung (das war unsere schlechte Planung), die Leute am Schalter sind unfreundlich. Wir werden außerhalb des Parks übernachten. Wir buchen ein Tagesticket und fahren auf die Pirsch. Nach kurzer Zeit, die ersten Elefanten.

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Zumindest gibt es hier ein freundliches Gesicht, siehe unten.

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Elefanten gibt es hier gefühlt an jeder Ecke.

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Aber wenn man genau schaut, entdeckt man auch noch was anderes.

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Dann wieder Elefanten.

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Ich verstehe den Hype um diesen Park nicht. Klein, viele Autos, aus der einen oder anderen Ecke am Rand schaut man auf die Schnellstraße.
Afrika Feeling kommt hier nicht auf. Vielleicht sind wir auch ungerecht, wir haben schon viel erlebt und gesehen, da kann der Park nichts für. Zum Abend sehen wir dann beim Wasserloch eine Büffelherde und eine Elefantenherde beim trinken.

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Manche Büffel schauen einfach nur dämlich aus der Wäsche, findet ihr nicht?

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Wir fahren bis tief in die Dunkelheit hinein und finden ein Campingplatz mit Restaurant. Zum kochen wäre es zu spät, es regnet alles kommt zusammen. Der Besitzer meint wir könnten zum gleichen Preis auch in seiner Hütte schlafen. Als er diese für uns aufschließt und ich Mäuse Kacke überall sehe schau ich Frank an und wir wissen, wir schlafen lieber in unserem Zelt. Da ist alles sauber und keine Moskitos. Das Abendessen ist klasse, etwas Positives hat das Ganze dann doch.

Am nächsten Tag fahren wir viele Kilometer, der geplante Campingplatz sieht aus wie in einem Ghetto. Hier wollen wir nicht bleiben. Der nächste ist an einem See gelegen, mitten in der Natur. Das Tor ist allerdings verschlossen. 2 Angestellte meinen wir müssen den Besitzer anrufen, und wenn der sein OK gibt, macht er uns das Tor auf. Ach du je. Wir rufen an, da geht keiner ran. Wir warten, versuchen es erneut. Es ist schon wieder längst dunkel. Das gibt es nicht. Wir fahren 15 km zurück in die Stadt und finden zufälligerweise ein preiswertes Hotel.

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Ein richtiges Bett, und eine Badewanne die erste seit Monaten. Wir schauen Fernsehen, das kommt uns alles seltsam vor. Vor unserer Reise haben wir jeden Abend ferngeschaut.

Am nächsten Tag wollen wir nachts nicht wieder quer durch die Gegend fahren und suchen uns ein Zimmer mit Blick aufs Meer. 1 Tag Pause ist eingeplant. Wir buchen das ganze über AirBnb. Wir sollten tatsächlich 1-2 Stunden vor Dunkelheit dort eintreffen. Wir freuen uns. Plötzlich kommt uns auf dem Weg ein Auto entgegen, die Leute winken hektisch. Wir halten an. Sie erzählen uns dass die Fähre auf die andere Flußseite nicht mehr fährt. Waas für eine Fähre? Wir erfahren dass man den Ort sonst nur über ein 3,5 Stunden Umweg erreichen kann. Wir bleiben auf unsere Flußseite und buchen spontan ein Campingplatz. Wir rufen die Besitzerin der Ferienwohnung an. Die erstattet uns freundlicherweise die Kosten. Wir essen Sushi auf der Holztreppe des Campingplatzes und gönnen uns ein paar Cocktails aus Frust.
2 Tage später kommen wir bei Sue und Colin an, es fühlt sich an wie eine Art nach Hause kommen. Die 2 sind eingeladen und wir haben das Haus für uns alleine. Ihr Gästezimmer heißt uns willkommen, wir sind glücklich.

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Eingestellt von Alina-Frank 04:29 Archiviert in Südafrika

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